Eine gut getroffende Formulierung,lassen wir's dabei.Zwockel hat geschrieben:Kurz: Karl May war sehr facettenreich und charakterlich nicht einwandfrei.
Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
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Thomas Math
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Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
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Hermann Wohlgschaft
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Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Ich möchte es positiver formulieren:
Karl May war sehr facettenreich, charakterlich kompliziert, eine hochinteressante Persönlichkeit.
Karl May war sehr facettenreich, charakterlich kompliziert, eine hochinteressante Persönlichkeit.
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Thomas Math
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Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Das waere mir zu positiv and relativistisch formuliert,da ist Zwockels Wort schon besser.
Zuletzt geändert von Thomas Math am 17.1.2010, 22:44, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Den letzten Teil kann man auf jeden Fall unterschreiben.Hermann Wohlgschaft hat geschrieben:Ich möchte es positiver formulieren:
Karl May war sehr facettenreich, charakterlich kompliziert, eine hochinteressante Persönlichkeit.
*
In Krefeld gibts übrigens einen interessanten Spruch zum Thema "Gut und Böse" (und weil hier ja gerne in schwarz/weiß gedacht wird
Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Aber "eine hochinteressante Persönlichkeit" ist doch weder positiv, noch negativ besetzt. Daß Karl May hochinteressant war, müssen sogar Sie zugeben, sonst würden Sie Ihre Kostbare Zeit mit Sicherheit nicht hier vergeudenThomas Math hat geschrieben:Das waere mir zu positiv and relativistisch formuliert,da ist Zwockels Wort schon besser.
Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Buddhismus (den Herr Wohlgschaft ja hier schon sozusagen offen ausbrechen fürchtete, seinerzeit bei der Sache mit dem Tropfen und dem Meer) auf Rheinisch jiwwet auch: Et is wie et is, et kütt wie et kütt, un et hätt noch immer jotjejange.Markus hat geschrieben:Alles in allem nennt man es den "Rheinischen Katholizismus" und wir Rheinländer fahren sehr gut damit
Karl May war also ein Krefelder. So wird übrigens auch die Mischung aus Alt- und Malzbier genannt. Die wird aber, wie ich söben der Wikipedia entnehme, auch Moorwasser, Schmutz, oder Drecksack genannt. - Ist das nicht interessant ?
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Thomas Math
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Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Es ist nicht das "hochinteressant" das mich stoert.Sondern das "charakterlich kompliziert" das klingt zu positiv und entschuldigend fuer einen Menschen mit KMs Biografie,Mutter Theresa war auch charakterlich kompliziert.
Nee wie gesagt da gefaellt mir Zwockels Formulierung besser.
Nee wie gesagt da gefaellt mir Zwockels Formulierung besser.
Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
----------->>>>>>>> Siehe Taverne weiter untenrodger hat geschrieben:Karl May war also ein Krefelder. So wird übrigens auch die Mischung aus Alt- und Malzbier genannt. Die wird aber, wie ich söben der Wikipedia entnehme, auch Moorwasser, Schmutz, oder Drecksack genannt. - Ist das nicht interessant ?
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Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
»Über May wäre zu sagen: Er war ein Mensch, der ungezählten Millionen das Unglück erleichtert, das Glück vermehrt hat, und er war letzten Endes auch ein großer Schriftsteller.«
Hans Wollschläger
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Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Kann ich zustimmen,ich werde nie vergessen wieviele vergnuegliche Stunden mir der Orientzyklus bereitet hat,deshalb muss ich aber die Person KM nicht moegen.
Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Ah. Das tat gut. Danke.Redaktion hat geschrieben:»Über May wäre zu sagen: Er war ein Mensch, der ungezählten Millionen das Unglück erleichtert, das Glück vermehrt hat, und er war letzten Endes auch ein großer Schriftsteller.«
Hans Wollschläger
Und erfreulich, daß wir (ein "Verein" mit den unterschiedlichsten Naturen ...) uns in der Hinsicht hier offenbar einig sind.
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Thomas Math
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Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
rodger hat geschrieben:
Und erfreulich, daß wir (ein "Verein" mit den unterschiedlichsten Naturen ...) uns in der Hinsicht hier offenbar einig sind.
Amen
Re: Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen
Und diese Biographie fange ich nun endlich an zu lesen... 
Wohlgschaft, Karl May: Leben und Werk, Band 1
Ich lese gerne in diesem Forum. Aber manche "Fäden" sind merkwürdig betitelt oder mE im falschen Unterordner abgelegt. Zwei Beispiele: "... Wohlgschaft Biographie erschienen" lautet dieser Faden. Dabei ist ja keine Biographie über Hermann Wohlgschaft selig erschienen, sondern gemeint ist Wohlgschafts Karl May-Biographie. Diesen Faden hätte ich im Unterordner "Sekundärliteratur" oder auch in "Karl Mays Werke (HKA) – Edition für die Karl-May-Stiftung", da es sich ja um Band 1 aus der HKA Abteilung IX, handelt, vermutet/untergebracht.
Ich will hier, nachdem die monumentale Biographie vor über 20 Jahren erschienen ist, keine Rezension schreiben, sondern lediglich einige Gedanken formulieren, die mir beim Lesen durch den Kopf gingen.
Endlich konnte ich den 1. Band von Wohlgschaft, Karl May: Leben und Werk auslesen (Ich konnte mir eins der letzten Exemplare im Trading Post kaufen und habe, nachdem ich erstmal angefangen hatte zu lesen, das Gefühl das dies ein wahrer page turner ist.
Band 1 präsentiert auf 768 Seiten (fast) die ersten 50 Jahre unseres Lieblingsautor. Der Band endet mit dem Umzug der Mays in die Villa >Agnes< in Oberlößnitz am 8. April 1891.
Während andere Biographen auf der Hälfte des Umfangs ein ganzes Schriftstellerleben vermessen haben, beläßt es Wohlgschaft bei rund 50 Jahren eines Schriftstellerlebens: Alles, alles wird von ihm erzählt, (mitunter) interpretiert und rezensiert. Sei es Mays Blindheit in den frühen Kinderjahren, seine Ausbildung zum Lehrer und Katechet, seine Straftaten und die Jahre der Einkerkerung und schließlich sein Werden als Autor.
Umfangreich beschäftigt sich Wohlgschaft mit Mays Buch der Liebe. Diese Passagen habe ich allerdings Mangels Interesse übersprungen. Natürlich dürfen die Münchmeyer-Romane nicht fehlen und die Schreibknechtschaft im Kolportagegeschäft. Der Biograph macht deutlich, unter welchen haarsträubenden Bedingungen diese Romane von Karl May geschrieben wurden. Es folgen die Jugenderzählungen (Der Sohn des Bärenjägers, Der Schatz im Silbersee, Die Sklavenkarawane u. a.) und schließlich die ersten Reiseromane, beginnend mit dem ersten Band des Orient-Zyklus.
Daneben fehlt Privates nicht. Besonders auf die Beziehung zu und die Ehe mit Emma Pollmer geht der Biograph ausführlich ein. Dabei zeichnet er ein Bild von Mays Frau, dass scheinbar satanische Züge annimmt. Er schlägt da in die gleiche Kerbe wie May 1907 in seiner Pollmer-Studie Frau Pollmer, eine psychologische Studie. Warum Karl May Jahrzehnte mit Emma verheiratet blieb, erschließt sich mir aus Wohlgschafts Text nicht. Dass er aber so einseitig Partei für May ergreift, irritiert mich schon. Vielleicht ist es der Abstand der Lebensjahre, der mich jungen Spund diese Beziehungsgeschichte anders auffassen läßt. Mir scheint, dass May zu seiner Frau keine empathische Beziehung aufgebaut hatte. Für eine schlechte Ehe, die in eine Scheidung mündet, sind doch, wie ich meine, letztlich immer beide Ehepartner verantwortlich (das Wort Schuld ist mir in diesem Zusammenhang zu altertümlich).
Die folgenden Zitate haben meinen Lesefluß verlangsamt und forderten mich zur Reflexion auf:
Über die Münchmeyer-Romane schreibt der Biograph auf Seite 626, Zeile 5, "Besser als ihr Ruf sind diese Werke allemal." Der Autor dieser Kolportagewerke sah das wohl im Alter etwas anders. Auf derselben Seite, Zeilen 29-32, schreibt Wohlgschaft "Ethisch halten die Kolportagewerke [...] das Niveau des Orientzyklus." Ich kann dem nicht richtig zustimmen und halte es mit der Aussage des Biographen auf Seite 646, Zeilen 25 ff "sind Mays Romane - unter künstlerischen Aspekten , [...] nicht von der feinsten Art.".
Vollkommen ergriffen hat mich dann die Aussage des Biographen, auf Seite 635, Zeilen 22 ff, >Leben-Jesu-Romane< sind die Mayschen Kolportagewerke zwar nicht; aber die Helden, Karl Sternau besonders, erscheinen als (in ihrer Lebensart freilich profane) >>Doppelgänger Christi<<.
Das ist interessant. Was hätte wohl der Papst dazu gesagt?
Nun bin ich gespannt auf den 2. Band!
Ich will hier, nachdem die monumentale Biographie vor über 20 Jahren erschienen ist, keine Rezension schreiben, sondern lediglich einige Gedanken formulieren, die mir beim Lesen durch den Kopf gingen.
Endlich konnte ich den 1. Band von Wohlgschaft, Karl May: Leben und Werk auslesen (Ich konnte mir eins der letzten Exemplare im Trading Post kaufen und habe, nachdem ich erstmal angefangen hatte zu lesen, das Gefühl das dies ein wahrer page turner ist.
Band 1 präsentiert auf 768 Seiten (fast) die ersten 50 Jahre unseres Lieblingsautor. Der Band endet mit dem Umzug der Mays in die Villa >Agnes< in Oberlößnitz am 8. April 1891.
Während andere Biographen auf der Hälfte des Umfangs ein ganzes Schriftstellerleben vermessen haben, beläßt es Wohlgschaft bei rund 50 Jahren eines Schriftstellerlebens: Alles, alles wird von ihm erzählt, (mitunter) interpretiert und rezensiert. Sei es Mays Blindheit in den frühen Kinderjahren, seine Ausbildung zum Lehrer und Katechet, seine Straftaten und die Jahre der Einkerkerung und schließlich sein Werden als Autor.
Umfangreich beschäftigt sich Wohlgschaft mit Mays Buch der Liebe. Diese Passagen habe ich allerdings Mangels Interesse übersprungen. Natürlich dürfen die Münchmeyer-Romane nicht fehlen und die Schreibknechtschaft im Kolportagegeschäft. Der Biograph macht deutlich, unter welchen haarsträubenden Bedingungen diese Romane von Karl May geschrieben wurden. Es folgen die Jugenderzählungen (Der Sohn des Bärenjägers, Der Schatz im Silbersee, Die Sklavenkarawane u. a.) und schließlich die ersten Reiseromane, beginnend mit dem ersten Band des Orient-Zyklus.
Daneben fehlt Privates nicht. Besonders auf die Beziehung zu und die Ehe mit Emma Pollmer geht der Biograph ausführlich ein. Dabei zeichnet er ein Bild von Mays Frau, dass scheinbar satanische Züge annimmt. Er schlägt da in die gleiche Kerbe wie May 1907 in seiner Pollmer-Studie Frau Pollmer, eine psychologische Studie. Warum Karl May Jahrzehnte mit Emma verheiratet blieb, erschließt sich mir aus Wohlgschafts Text nicht. Dass er aber so einseitig Partei für May ergreift, irritiert mich schon. Vielleicht ist es der Abstand der Lebensjahre, der mich jungen Spund diese Beziehungsgeschichte anders auffassen läßt. Mir scheint, dass May zu seiner Frau keine empathische Beziehung aufgebaut hatte. Für eine schlechte Ehe, die in eine Scheidung mündet, sind doch, wie ich meine, letztlich immer beide Ehepartner verantwortlich (das Wort Schuld ist mir in diesem Zusammenhang zu altertümlich).
Die folgenden Zitate haben meinen Lesefluß verlangsamt und forderten mich zur Reflexion auf:
Über die Münchmeyer-Romane schreibt der Biograph auf Seite 626, Zeile 5, "Besser als ihr Ruf sind diese Werke allemal." Der Autor dieser Kolportagewerke sah das wohl im Alter etwas anders. Auf derselben Seite, Zeilen 29-32, schreibt Wohlgschaft "Ethisch halten die Kolportagewerke [...] das Niveau des Orientzyklus." Ich kann dem nicht richtig zustimmen und halte es mit der Aussage des Biographen auf Seite 646, Zeilen 25 ff "sind Mays Romane - unter künstlerischen Aspekten , [...] nicht von der feinsten Art.".
Vollkommen ergriffen hat mich dann die Aussage des Biographen, auf Seite 635, Zeilen 22 ff, >Leben-Jesu-Romane< sind die Mayschen Kolportagewerke zwar nicht; aber die Helden, Karl Sternau besonders, erscheinen als (in ihrer Lebensart freilich profane) >>Doppelgänger Christi<<.
Das ist interessant. Was hätte wohl der Papst dazu gesagt?
Nun bin ich gespannt auf den 2. Band!
Illa liqaa wünscht Ben Nemsi
